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am beispiel der butter
Gewinnerstück des Retzhofer Dramapreises 2013
2 D, 3 H
Der Futterer-Adi ist einer, der gegen die Spielregeln verstößt. Seine Mitarbeiterration an Joghurt verteilt er an Passanten, füttert sie mit dem milchigen Weiß. Dem Hans von der Staatsgewalt ist er ein Dorn im Auge und der Stielaugen-Jenny behagt es nicht, die Dorfidylle getrübt zu sehen. Der Adi ist einer, der die Strukturen stört. Und Karina, die junge Neue in der Butterfabrik, fühlt sich auch noch wohl an seiner Seite. Zwischen Molkerei, Kneipe und Hobbykeller beobachtet und bestraft man die, die sich dem normierten Raum der Dorfgesellschaft widersetzen. Die müssen weg. Die müssen abgerieben werden. Damit ihnen ausgetrieben wird, davon zu träumen, dass eine riesige Faust aus Butter sich eines Tages zum Himmel recken wird.

„rein ins weißverflieste innere. ein rohr, das da am fliesenboden liegt, fährt, wie zuvor die faust durchs huberantlitz, auf die maschinen nieder drin im butterwerk, schlag um schlag, bis dass der tank aufbricht und aus dem innern wuchert sie die butter, bricht heraus ans neonlicht. ist ganz entfesselte naturgewalt. und trägt heraus jetzt aus dem stahlsarg sie, die karina, die ganz butter ist.“

Uraufführung:
02.03.2014 | Schauspiel Leipzig (Diskothek)
Regie: Cilli Drexel
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