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die unvermeidlichen
Ein Auftragswerk für die Frankfurter Positionen 2011 - eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung
3 D, 3 H
„die finanzkrisenkonferenz, die atomendlagerkonferenz, die erneuerbaren energien, die migrationskonferenz, der klimawandel, die transitfrage, die defizitkonferenz“, alles in einer Woche und global, da kann schon mal ein Notstand entstehen, ein Verständigungsnotstand. Wenn in vielen Sprachen gesprochen und das Gesprochene verstanden werden und das Verstandene zu einem Konsens und der Konsens zu einem Ergebnis führen soll … dann kommt man an ihnen einfach nicht vorbei: Simultanübersetzer.

Eingepfercht in kleine Kabinen, abgeriegelt von den konferierenden Massen, einzig bestückt mit Kopfhörer, Mikrofon und Räuspertaste: Sechs Dolmetscher sitzen über dem politischen Einigungsgeschehen, das sie begleiten, ja, erst möglich machen, oder folgen Entscheidungsträgern durch Flure zu sogenannten Hinterzimmergesprächen. Deren hochkonzentrierte scheinbar körperlose Sprachübertragung wird zu einer Brücke in die Zentren der Macht, die stimmliche Neutralität zur Herausforderung und der Plausch mit den Kollegen zum körperlichen und geistigen Identitätsnachweis.
In dem für die Frankfurter Positionen 2011 entstandenen Stück spiegelt sich in den Flurgesprächen der Simultanübersetzer die Welt der Großen im Kleinen. Wo die Franzosen ganz gut mit den Engländern, wo die Russen einzelkämpferisch aber integrativ und die Chinesen gefährlicherweise noch immer unterschätzt werden. Sie alle träumen vom Triumphzug der kompromisslosen Einstimmigkeit über den ewigen Minimalkonsens. Von einer Konferenz der klaren Ansagen. Stattdessen verfolgen sie eine Konferenz der wachsenden Sprachlosigkeit. Das Fehlen der Sprache zersetzt nach und nach die Wahrnehmung der Übersetzenden…

„kürzlich habe ich einmal gelesen, wie wir und die sicherheitsleute vom protokoll genannt werden … die unvermeidlichen!“
Uraufführung:
Januar 2011 | Nationaltheater Mannheim
Regie: Marcus Lobbes
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