| 


Dogland
Heimattrilogie II
3 D, 5 H
I`m sorry mama
I never meant to hurt you
I never meant to make you cry
but to nite I`m cleaning out my closet. (Eminem)

Dog Eat Dog -10 Jahre später redet niemand mehr von einer Flucht. Im Gegenteil, bürgerlich ist die Devise, Gemütlichkeit der Schlachtruf des Spießerdaseins. Nur einen zog es weg, doch auch den treibt es zurück - nach Baumheide. Memo, 30, will seinem verstorbenen Vater einen Grabstein meißeln, ihm nach sieben Jahren Flucht seine letzte Ehrehrbietung erweisen. Doch alles hat sich verändert. Mutter Lale hat jetzt Mike, Frank legt Korkböden, Alex taucht in der Kloake, Christin gibt die ukrainische Prostituierte. Memos Auftauchen beunruhigt die betuliche Gediegenheit der Niedergelassenen, an dem Wiederkehrenden reiben sich die Gemüter. Unkontrollierbare Energien bahnen sich ihren Weg, Memo dient, obwohl passiv, als auslösendes Moment lang unterdrückter Hoffnungen und Leidenschaften. Das Gutbürgerliche entpuppt sich als hohle Fassade, dahinter lauern Betrug, Verrat und ... Mord. Für den Einsturz der Lebensentwürfe wird Memo verantwortlich gemacht. Zusammen mit dem ausgegrabenen Skelett seines Vaters beerdigt er Mike, Frank und seine Mutter. Es ist der Tag der Abrechnung.

Dogland, der zweite Teil der Heimattrilogie, erzählt von dem Moment, in dem Bestehendes hinterfragt und Lebenslügen beleuchtet werden. Was bleibt, wenn wir uns den eigenen Zweifeln stellen müssen? Wie schon in Dog Eat Dog schafft Nuran Calis in Verbindung mit der Musik eine bedrückend nahe Intensität, eine Faszination des Grauens, dessen Wurzeln bei diesem Stück im Alltäglichen wuchern.
Uraufführung:
09.09.2005 | Theater Bielefeld
Regie: Philipp Preuss
.