Gina Gionfriddo
Becky Shaw
Deutsch vonAnna Opel
3 D, 2 HNach dem Tod ihres Vaters, der die Familie in einer finanziell prekären Lage zurücklässt, ist Suzanna Slater in einer emotionalen und finanziellen Krise. Ihr wohlhabender, zynischer Ziehbruder Max versucht die geschäftlichen Belange pragmatisch zu regeln. Suzannas an Multipler Sklerose erkrankte Mutter Susan tröstet sich derweil mit dem jüngeren, unzuverlässigen Liebhaber Lester.
Die Dynamik gerät weiter außer Kontrolle, als Suzanna kurz darauf den idealistischen Andrew heiratet und die Frischvermählten auch Max verkuppeln wollen: Sie organisieren ein Blind Date mit Andrews emotional labiler Arbeitskollegin Becky Shaw. Doch das Treffen nimmt eine verhängnisvolle Wende: Nachdem sie einen bewaffneten Raubüberfall überlebt haben, landen Max und Becky gemeinsam im Hotelbett. Während Becky nach der traumatischen Nacht verzweifelt Halt und Bindung sucht, zieht sich Max eiskalt von ihr zurück. Als der hilfsbereite Andrew beschließt, die labile Becky unter seine Fittiche zu nehmen, gerät seine junge Ehe in eine schwere Krise.
Gina Gionfriddos bitterböse Gesellschaftskomödie Becky Shaw ist ein scharfzüngiges Psychogramm über die Abgründe menschlicher Beziehungen. Hilfsbereitschaft entpuppt sich hier als verstecktes Kontrollbedürfnis, während emotionale Bedürftigkeit als Waffe eingesetzt wird. Das Stück konfrontiert das Publikum mit der Frage, ob Liebe eine uneigennützige Bindung ist – oder letztlich nur ein Zweckbündnis zum Überleben.
Das Stück erlebte bereits 2009 eine Produktion off-Broadway und war für den Pulitzer Preis nominiert. Die Broadway-Produktion im Frühjahr 2026 war ein großer Erfolg und erhielt einen Tony Award für Alden Ehrenreich in der Rolle des Max.
„The play has aged fittingly for where we find ourselves, amid a resurgence of the retro male-female gender dynamics that Gionfriddo’s plays hold up to the light. There are reasons that Becky Shaw feels alive right now.“ (The New York Times)
“I think there’s a timidity to what people are creating right now. There is a desire to go gently. This is a play that doesn’t go gently.” (Gina Gionfriddo)