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Lamin Leroy Gibba

DIE ZWILLINGE am Maxim Gorki Theater uraufgeführt

Das Stück DIE ZWILLINGE von Lamin Leroy Gibba entfaltet sich am Maxim Gorki Theater wie ein Panoptikum. Joana Tischkau inszeniert Gibbas zweites Theaterstück zwischen traumwandlerischer Leichtigkeit und sozialer Härte.

Person mit Brille und flauschigem türkisfarbenem Pullover vor dunklem Hintergrund. Sie hebt die Arme; im Hintergrund leuchten zwei unscharfe, farbige Lichtkreise in Blau und Grün. © Etritanë Emini

In Lamin Leroy Gibbas neuem Stück geht es um ein Zwillingspaar, einer Schwarz gelesen, der andere weiß. Als der eine Bruder den anderen tötet, entfacht die Tat ein vielstimmiges Echo durch die Medien. Eine Drehbuchautorin sieht darin eine Allegorie auf strukturelle Gewalt und beginnt einen Film über die Zwillinge zu schreiben. Doch je tiefer sie in den Fall eintaucht, desto mehr verheddert sie sich in ihrem eigenen Anspruch, »das große Ganze« offenzulegen. Das Stück untersucht die fragilen Grenzen zwischen Wahrnehmung und Projektion, zwischen Deutungshoheit und Kontrollverlust. Die Figuren sind gefangen im Flackern von Wahrheit und Fiktion, tasten sich unter Beobachtung stehend auf der Suche nach einem Selbstbild voran, das nicht selten verrutscht. Ein Abend, der auf keinen Fall verpasst werden darf!

DIE ZWILLINGE
von Lamin Leroy Gibba
Regie: Joana Tischkau, Bühne: Lea Steinhilber, Kostüme: Nadine Bakota, Textile Artist: Mateusz Bidziński, Sound Design: Frieder Blume, Komposition: Frieder Blume, Lichtdesign: Daniel Krawietz, Dramaturgie: Murat Dikenci, Ellias Hampe.
Mit: Niels Bormann, Sisi Bo'wale, Yanina Cerón, Ruby Commey, Lamin Leroy Gibba.

Mann mit langem Haar steht im Profil hinter einem Metallgeländer. Mehrere bunte Luftballons sind an seinen nach oben abstehenden Haarsträhnen befestigt. Im Hintergrund leuchtet ein blauer Lichtkegel.
© Etritanë Emini
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