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Fiston Mwanza Mujila
Fiston Mwanza Mujila erhält den Erich Fried Preis 2026
Der Erich-Fried-Preis ist eine der renommiertesten literarischen Auszeichnungen in Österreich. Der Preis wird seit 1990 durch die Internationale Erich Fried Gesellschaft vergeben und von jährlich wechselnden Einzeljuror:innen entschieden. Die Auswahl für den Erich Fried Preis 2026 hat die deutsche Schriftstellerin und Verlegerin Daniela Seel getroffen. Daniela Seel wird auch bei der Verleihung am Sonntag, den 15. November 2026 im Literaturhaus Wien die Laudatio auf den Preisträger halten.
Jurybegründung:
„Fiston Mwanza Mujila verbindet in seinen Texten auf begeisternde Weise Leben, Träumen und Denken, die alltäglichen Abgründe und Aufschwünge des Menschen, immer eingewoben in Musik und das Flüstern, Lachen, Spotten, Jammern, Fluchen, Jauchzen, Rauschen, Kosen und Loben der menschlichen Stimme.
Fiston Mwanza Mujila zu lesen oder performen zu hören, führt an die Grundfragen unserer Existenz und unseres Zusammenlebens in all unserer Gemachtheit aus Hoffnung, Traum, Liebe, Hybris, Gewalt und Geschichte.
Wie sind wir die geworden, die wir sind? Wer wollen wir heute und künftig sein, wer können wir sein?
In Fiston Mwanza Mujilas sechs Sprachen, Tschiluba, Lingala, Swahili, Französisch, Englisch und Deutsch, spiegeln und brechen sich die Erfahrungen seiner beiden Länder DR Kongo und Österreich wie ihrer literarischen Formen und Traditionen, er wirkt sie zu mitreißenden Erzählungen, Reflexionen und Gesängen über das Leben in den Randzonen kolonialer, postkolonialer, postimperialer Mächte, wie seine beiden Städte Lubumbashi und Graz, und an den Ufern von Sambesi, Donau und Rio Zaire, seinen „Geliebten“, wie es in „Kasala für meinen Kaku“ heißt.
Wo also beginnen das Lob auf Fiston Mwanza Mujilas vielzüngiges Repertoire an Gedichten, Romanen, Theatertexten, Libretti, Essays, Reden und Herausgaben?Vielleicht immer beim nächsten Atemzug, der sich noch einmal einlässt, trotz allen Entsetzens schonungslos über die Welt und sich selbst zu lachen.“
Die Auswahl der Juror:in trifft ein biennal wechselndes dreiköpfiges Kuratorium aus Mitgliedern der Erich Fried Gesellschaft. Derzeit gehören dem Kuratorium die Autorinnen Pegah Ahmadi, Hanna Engelmeier und Olga Grjasnowa an. Der Preis wird vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport gestiftet und ist mit 15.000 Euro dotiert. Preisträger:innen der letzten Jahre waren u. a. Teresa Präauer, Steffen Mensching, Esther Kinsky, Frank Witzel, Melinda Nadj Abonji, Thomas Kunst, Urs Allemann und zuletzt Cemile Sahin.