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Carl Zuckmayer

Nominiert für das Berliner Theatertreffen: DER HAUPTMANN VON KÖPENICK am Staatstheater Cottbus

Wir gratulieren dem gesamten Produktionsteam von DER HAUPTMANN VON KÖPENICK am Staatstheater Cottbus zur Theatertreffen-Nominierung. Die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen im deutschsprachigen Raum werden jedes Jahr ins Berliner Festspielhaus eingeladen. Das Theatertreffen findet dieses Jahr vom 01.05. bis 17.05.2026 statt.

Ein Mann in Uniform spielt Klavier, während eine Person mit großem Gepardenkopf über das Instrument ragt. Text: Theatertreffen – Der Hauptmann von Köpenick, Staatstheater Cottbus. © Bernd Schönberger

Wilhelm Voigt ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und sucht eine Arbeitsstelle. Doch wo er anklopft, die Türen bleiben verschlossen. Schließlich fragt er in Wormsers Uniformladen nach einer Anstellung und wird wieder vor die Tür gesetzt. Im Polizeibüro wird klar: Um eine Arbeitsstelle zu bekommen, braucht er Meldepapiere, um Meldepapiere zu bekommen, braucht er eine Aufenthaltsgenehmigung, und die Aufenthaltsgenehmigung will ihm die Polizeibehörde nur ausstellen, wenn er eine Arbeitsstelle hat. Es reiht sich Versuch an Versuch, diesem Dilemma zu entkommen. Jede Bemühung scheitert an bürokratischen Hürden und einer gesellschaftlichen Ordnung, in der es keinen Platz für ihn gibt. Er verkleidet sich und tritt noch einmal auf – in einem großen Täuschungsmanöver versucht er, als jemand anderes mitzuspielen. Für einen kurzen Moment ist er „drinnen". Aber wo drinnen? Und wie spielt man denn das Leben?

Regisseur Sebastian Hartmann ist bekannt für expressive, hoch-energetische Theaterabende und fulminantes Schauspieltheater. Mit DER HAUPTMANN VON KÖPENICK kehrt er – nach unzähligen Stationen an deutschsprachigen und internationalen Theatern – zurück nach Cottbus, wo er als Sohn einer Schauspielerin und eines ehemaligen Chefdramaturgen entscheidende Jahre seiner Kindheit verbrachte. Ausgehend von Zuckmayers Tragikomödie inszeniert er anspielungs- und bildreich die Welt um den legendären Schuster als zutiefst menschliches Kasperletheater. (Staatstheater Cottbus)

Der Hauptmann von Köpenick
von Carl Zuckmayer
Regie und Bühne: Sebastian Hartmann, Kostüme: Adriana Braga Peretzki, Lichtdesign: Lothar Baumgarte, Dramaturgie: Leonie Hahn, Regieassistenz: Julia Daniczek, Ausstattungsassistenz: Clementine Pohl, Lili Marleen Grzimek, Inspizienz: István Farkas, Soufflage: Jörg Trost.
Mit: Torben Appel, Gunnar Golkowski, Benjamin Kühni, Charlotte Müller, Ariadne Pabst, Markus Paul, Charlie Schülke, Lucie Luise Thiede.
Premiere am 20. September 2025

Carl Zuckmayer

Carl Zuckmayer wurde am 27. Dezember 1896 in Nackenheim am Rhein geboren. Nach dem Abitur in Mainz meldete er sich als Kriegsfreiwilliger und wurde an der Westfront eingesetzt. 1918 begann er ein kurzes Studium der Geistes- und Naturwissenschaften in Frankfurt a. M. und Heidelberg; wichtiger als alle Theorie waren ihm jedoch die in diesem Umfeld geschlossenen Freundschaften. 1920 ging er nach Berlin. Erste Stücke blieben ohne Erfolg, obwohl sie ihn "dichterisch legitimierten" - Der fröhliche Weinberg brachte ihm 1925 den Druchbruch und den Kleist-Preis. 1933 verhängten die Nationalsozialisten ein Aufführungsverbot über ihn. Er zog sich daraufhin mit seiner Familie nach Henndorf bei Salzburg zurück; dort besaß er seit 1926 ein Haus. 1938 floh er in die Schweiz, ein Jahr später emigrierte er in die USA, wo er bis 1946 als Farmer in den "Grünen Bergen" (Vermont) lebte. Von 1947 bis 1957 hielt er sich abwechselnd in der Schweiz und in den USA auf; 1958 kehrte er endgültig in die Schweiz zurück und wurde in Saas-Fee (Wallis) ansässig, seit 1966 als Schweizer Bürger. Am 18. Januar 1977 ist er als einer der über Jahrzehnte erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren in Visp (Wallis) gestorben.

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