Theater

News

Matthew López

Tröstend und erschreckend zugleich: RESONANZEN von Matthew López am Luzerner Theater

Das kaleidoskopartige Gesellschaftsdrama von Matthew López erschüttert und begeistert das Publikum. Ein großer Theatercoup. Sebastian Schug hat die Deutschsprachiger Erstaufführung von RESONANZEN am Luzerner Theater kongenial inszeniert.

Ein zweistöckiges Bühnenbild zeigt Einblicke in mehrere Zimmer. Oben eine Frau im schlichten Raum, unten ein Mann zwischen Bücherstapeln am Laptop. Ein detaillierter Querschnitt durch private Lebenswelten. © Ingo Hoehn

Jonathan lebt nach dem gewaltsamen Verlust seines Partners völlig zurückgezogen in seiner  New Yorker Wohnung und pflegt soziale Kontakte fast nur noch über flüchtige Grindr-Dates wie mit dem jungen Wes. Diese Isolation wird durchbrochen, als seine neue, lebhafte Nachbarin Claire in sein Leben tritt und die beiden eine tiefe platonische Verbindung aufbauen, während sie sich gegenseitig von ihren inneren Dämonen und Gewalterfahrungen erzählen. Trotz der heilenden Kraft ihrer Freundschaft zeigt das Ende des Stücks eindringlich, wie schwer es ist, tiefsitzende Traumata hinter sich zu lassen, wenn die Geister der Vergangenheit schließlich in die Gegenwart zurückkehren.

Das Stück RESONANZEN ist auch deswegen so aktuell, weil es eindrücklich aufzeigt, wie die heutige moderne Welt für viele einfach eine Überforderung ist“, so Tuuli Stalder im Radio SRF1. Besser kann das Drama von Matthew López kaum zusammengefasst werden. Sebastian Schug findet immer wieder szenische Bilder, die die Intimität der Protagonist:innen erfahrbar macht. Weitere Informationen zur Erstaufführungsproduktion finden Sie hier. 

Christian Baumbach, Max Faatz und Annina Hunziker spielen nuanciert und hoch emotional an der Grenzen zwischen Sehnsucht und Selbstaufgabe. RESONANZEN ist ein packendes, psychologisches Kammerspiel, dessen emotionale Wucht weit über den Schlussapplaus hinaus nachhallt.

RESONANZEN ("Reverberation")
von Matthew López 
Übersetzt von Hannes Becker
Regie und Musik: Sebastian Schug, Bühne: Jan Freese, Kostüme: Juliane Götz, Licht: Petri Tuhkanen, Intimacy Coordination: Salome Schneebeli, Dramaturgie: Martin Wigger.
Mit: Christian Baumbach, Max Faatz, Annina Hunziker.
Premiere am 17. Januar 2026

Zwei Personen in intensiver Nähe auf einer Theaterbühne. Er im Unterhemd blickt sie fragend an; sie, mit nassen Haaren und Tüllrock, beugt sich zu ihm. Im Vordergrund ein Tisch mit Flasche und Büchern.
© Ingo Hoehn

Matthew Lopez

Matthew Lopez, geboren in Panama City/Florida, studierte Theater- und Performancekunst an der University of Southern Florida. Für sein Debütstück The Whipping Man wurde Lopez mehrfach ausgezeichnet. Weitere Stücke sind Tio Pepe (Summer Play Festival 2008), Reverberation und Zoey's Perfect Wedding. Seine Arbeiten wurden am McCarter Theatre, The New Group, Penumbra Theatre Company, Ars Nova und The Lark Play Development Center entwickelt und aufgeführt. Sein 300 Seiten umspannendes Opus Magnum The Inheritance, welches am Young Vic in London von Stephen Daldry uraufgeführt wurde, war für insgesamt acht Olivier Awards nominiert. Lopez arbeitete als Staff-Writer für die erfolgreiche HBO-Serie The Newsroom von Aaron Sorkin. Er ist Mitglied der Ars Nova Writers' Group, Stipendiat des New York Theatre Workshop und Artist-in-Residence im Old Globe.

Mehr erfahren
Digitales Textbuch