Neben vier Walarten ist auch die Hälfte der menschlichen Spezies damit konfrontiert, nur darüber reden will niemand. Wind of Change von Sabrina Zwach – formal wie inhaltlich so ungeheuer bestechend, dass dieses Stück über das Altern ein voraussichtlich enormes Hitpotenzial aufweist. In einem Exhibitionist:innenmantel kämpft sich die Schauspielerin erst mit einer neckisch trockenen Endlosaufzählung fieser Symptomen durch den „brain fog“: Brustspannen, Schwindel und Schlaflosigkeit, Hitze und Haarausfall, Gelenkschmerzen und Gewichtszunahme, Müdigkeit, Libido-Verlust, Depression… denn die Liste der Leiden, die Frauen in einem „bestimmten Alter“ (Susan Sontag) befallen können, ist noch viel länger und überhaupt nicht lustig, worauf sie über die heilige Vorhaut, Sex, Schönheit und ihre Korrekturen und eben Wale spricht. Der politische Text jongliert mit knallharten Fakten aus der Frauenheilkunde oder dem pharmakologischen Marktpotenzial, changiert aber auch mit der Tragik-Komik über das Altern und der Forderung dass es feminsitsich werden müsste. Die Züricher Presse schrieb: „Klug, erhellend, witzig, politisch, notwendig und ebenso selbstbestimmt wie unterhaltsam. Ernsthaft.“ Eine Ode an die weibliche Stärke, ein Plädoyer gegen das Schweigen und die Scham und nicht zuletzt ein Aufruf, die Wechseljahre als politisches und gesellschaftliches Thema zu begreifen, das alle angeht. Mit Wucht, Wut und Witz.