Junges Theater

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Till Wiebel

„Schelmerei liegt in der Luft.“ – Till Eulenspiegel treibt im Next Liberty Graz sein Unwesen

Gestern fand die Uraufführung von TILL EULENSPIEGEL, FÜR IMMER SCHELM von Till Wiebel am Kinder- und Jugendtheater Next Liberty in Graz statt.

Bunte Bühnenszene mit fünf Schauspielern in fantasievollen Kostümen (König, Koch, Akrobatin) vor einer Kulisse aus gezackten, illustrierten Häuserwänden. In der Mitte springt eine Figur dynamisch in die Luft. © Lex Karelly

Ein spielbegeistertes Ensemble entführt das junge Publikum in die Welt von Eulenspiegel. Christian Himmelbauer hat das Stück rasant und mit viel Freude am Bühnenspektakel inszeniert. Ein wunderbarer Abend, der den Eulenspiegel in verschiedensten Facetten beleuchtet; Mal närrisch-derber Hanswurst, mal gewitzter Anarcho in der Sinnkrise - der Eulenspiegel entzieht sich der einfachen Zuschreibung.

Till Wiebel hat ein gewitztes Verkleide- und Verwirrspiel geschrieben, das mit viel Humor und Rasanz das Narr-Sein feiert. Eine Posse, die genau zur rechten Zeit kommt. Denn brauchen wir nicht alle etwas Aberwitz und einen Narr, der uns den Spiegel vorhält? Mit viel Lust am reimenden Sprachwitz thematisiert Till Wiebel, was passiert, wenn die Welt Eulenspiegel nicht ertragen will, und enthüllt dabei auch die melancholische Wahrheit hinter der Schelmenmaske.

Weitere Informationen zur Produktion finden Sie hier.

Inszenierung: Christian Himmelbauer
Ausstattung: Fabian Lüdicke
Musik: Michael Stark
Video: Roland Renner
Lightdesign: Michael Rainer
Dramaturgie: Iris Harter
Regieassistenz: Lorenz Altenburger
TILL EULENSPIEGEL/VOGT SPIELENUGEL: Christoph Steiner
BEATRIX/BEA TRICKS: Christina Kiesler
ESÉLLE, ein sprechender & lesender Esel: Simone Leski
MEISTER: Martin Niederbrunner
KÖNIG RUDOLF DER ALLERZUERSTE: Helmut Pucher

Eine Gruppe von zwölf lächelnden Erwachsenen posiert vor einer dunklen Wand. Viele halten bunte Tulpen in den Händen. Drei Personen knien im Vordergrund, die anderen stehen dicht gedrängt in zwei Reihen.

Wenn ich auch gleich verschwunden bin –
merkt euch, dass ich eines will:
Fehlt euch mal Kraft und Mut und Sinn,
dann denkt an Eulenspiegel, Till.
Ja, weil die Welt ist, wie sie ist
und du noch jung, nicht mächtig bist,
musst du das Glück wohl auch mal zwingen –
mit Charme die Welt ins Wanken bringen.
Die Streiche lassen? Nie und nimmer.
Hoch und Heilig: Schelm für immer!

Bildbeschreibung Barrierefreiheit Benutzerdefiniertes Gem Bildbeschreibung Barrierefreiheit hat gesagt: Ein Schauspieler als Till Eulenspiegel in rot-weißem Kostüm und Narrenkappe balanciert dynamisch auf einem Bein auf einer Holzbühne. Im Hintergrund abstrakte, bunte Kulissenteile mit mittelalterlichen Häusern.
© Lex Karelly
© Beatrix Rinke

Till Wiebel

Till Wiebel, geboren 1994 in Ostfriesland, studierte Szenische Künste an der Universität Hildesheim und als Gaststudent Regie an der Zürcher Hochschule der Künste. Als Autor und Regisseur produziert er in verschiedenen Konstellationen Theaterarbeiten im Stadttheater und in der Freien Szene, die unter anderem beim Körber Studio Junge Regie am Thalia Theater Hamburg und beim Theatertreffen der Jugend am Haus der Berliner Festspiele zu erleben waren.

Sein Debütstück Am Wulst der Zeit wurde 2019 mit dem Autorenpreis des CumEx-Stückewettbewerbs des Studio Naxos in Frankfurt am Main ausgezeichnet und dort uraufgeführt. Mit selbigem Text wurde er zum Auftakt Festival für szenische Texte nach Köln eingeladen. Im Frühjahr 2020 war er Finalist bei den Tagen der Jungen Dramatik am Staatstheater Braunschweig. Im Rahmen des „mit+abstand“ Stipendiums vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum der Bundesrepublik Deutschland realisierte er das partizipative Textprojekt Die Qual / Der Wal - Ein Katalog ungeschriebener Geschichten. Für sein Stück Funken wurde Till Wiebel mit dem Retzhofer Dramapreis 2021 in der Kategorie "Junges Publikum" ausgezeichnet. Mit der Spielzeit 21/22 beginnt er seine Arbeit als Dramaturg am Jungen Schauspielhaus Hamburg.

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