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Sabrina Zwach

„Ich bin die Monstermutter! Und du bist meine Superkraft!“ Sabrina Zwachs WIND OF CHANGE fegt über die Bühne

Obwohl das Thema inzwischen im öffentlichen Diskurs angekommen ist, ahnt kaum eine Frau, was sie tatsächlich in den sogenannten Wechseljahren erwartet. Autorin Sabrina Zwach hat mit WIND OF CHANGE ein fulminantes Solo über die Transformation weiblicher Körper und feministisches Altern geschrieben. Die Uraufführung mit Susanne Abelein fand im Mai in der Roten Fabrik in Zürich statt, und das Publikum bekam einen Abend mit Wucht, Wut und Witz zu sehen.

Eine fröhlich lachende Person mit kurzen dunklen Haaren steht in einem beigefarbenen Trenchcoat am Mikrofonständer. Der leuchtend blaue Hintergrund unterstreicht die ausgelassene, wirklich positive Stimmung. © Sabrina Zwach

Für manche ist es wie eine Wiederbegegnung mit den Leiden der Pubertät. Für andere beginnt aus relativ heiterem Himmel der körpereigene Klimawandel mit Hitzewellen und ‘Frozen Shoulder`. Das Gewicht geht rauf, die Libido flöten, die Stimmung schwankt, und von erholsamen Schlaf kann frau trotz chronischer Müdigkeit nur noch tagträumen. Sabrina Zwach und Susanne Abelein haben eine kluge Sprache gefunden, um spielerisch vom „unlustigsten Thema der Welt“ zu erzählen – ohne Angst vor Tabus, ohne Scham. Sie richten sich dabei nicht nur an die Frauen, die diese Zeit selbst durchleben, sondern an alle, die es angehen muss, wenn Frauen leiden. Familie und Freunde, Partner, Kolleginnen und Arbeitgeberinnen, Ärztinnen und nicht zuletzt Politiker. Denn Frauengesundheit ist keine Frauensache mehr, sondern hat als universelles Thema eine politische und ökonomische Dimension. Ein riesiger Markt ist entstanden für Produkte und Therapien rund um die Wechseljahre. Von Hormonen über Pillen, Pulvern und Cremes, Tees und Tropfen bis zu  Laserbehandlungen und Menopausen-Yoga – die Liste der kostspieligen Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden ist lang. So lang wie die Liste der Leiden, die Frauen in einem „bestimmten Alter“ eben befallen können: Nämlich “Ungefähr alle außer Fußpilz.”

WIND OF CHANGE jongliert aber nicht nur mit harten Fakten aus der Frauenheilkunde und der Pharmabranche, sondern widmet sich auch der Tragik-Komik, die mit dem Altern und der Forderung, dass das Altwerden feministisch werden müsste, einherkommt. Das Altern muss optimiert werden, damit frau produktiv bleibt. Wirtschaftskraft auch in den Wechseljahren. “Was wir alles so wegperformen an einem ganz normalen Wochentag, das ist doch irre, oder? Älterwerden zum Beispiel. Wird wegperformt."

Das ist: „Klug, erhellend, witzig, politisch, notwendig und ebenso selbstbestimmt wie unterhaltsam. Ernsthaft.“, wie die Zürcher Presse findet. Sabrina Zwach hat mit WIND OF CHANGE eine Ode an die weibliche Stärke geschrieben, ein Plädoyer gegen das Schweigen und die Scham und nicht zuletzt einen Aufruf, die Wechseljahre als politisches und gesellschaftliches Thema zu begreifen, das alle angeht. Und ganz nebenbei einen grandiosen Theatertext mit veritablem Publikumshitpotential, der bald auf Tour geht.

 

WIND OF CHANGE
Ein Special über das unlustigste Thema der Welt von Sabrina Zwach in Zusammenarbeit mit Susanne Abelein. 
UA: 29.05.2026,  Rote Fabrik, Zürich.

Nächste Vorstellungen: ab 29., 30.10.und 1.11. 2026 im Theaterdiscounter Berlin und am 12.11.2026 am Theater an der Ruhr in Mülheim.

Sabrina Zwach

Sabrina Zwach studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Uni Hildesheim. Danach arbeitete sie als Dramaturgin und Regisseurin in der Freien Szene. Dies brachte ihr u.a. den "Deutschen Literatur-Theaterpreis" 1994 ein. 1999 kuratierte sie ein Programmsegment für "Weimar 1999 -Kulturstadt Europas". Danach arbeitete sie als Radiomoderatorin und leitete ein Veranstaltungshaus in Weimar. Im Auftrag der Bundesregierung kuratierte sie das 5. Festival "Politik im Freien Theater" 2005 in Berlin. Ab 2006 arbeitete sie als Dramaturgin und Kuratorin für "hamlet_X" und beginnt damit die Zusammenarbeit mit Herbert Fritsch. 2007 war sie als Dramaturgin des Zürcher Theaterspektakels und für "Kurt Krömer - die internationale Show" tätig. Von 2008-2011 arbeitete sie an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Parallel zeichnet sie für die Fassungen und Bearbeitungen, Neuübersetzungen der Stücke der Inszenierungen von Herbert Fritsch verantwortlich, dessen Dramaturgin sie bis 2016 war.
Im Berliner Ensemble arbeitete Sabrina Zwach in Oliver Reeses erster Spielzeit fest als Dramaturgin, war dann in der künstlerischen Leitung des Burgtheaters unter Martin Kusej in Wien und ist nun wieder als freie Autorin und Dramaturgin tätig.

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