Theater

Molière

Der Geizige

in einer Fassung von Sabrina Zwach
(L'Avare)

Der Geizige, so wie wir die 5-aktige Komödie von Molière kennen, geht in wesentlichen Anteilen auf die sogenannte Goldtopf-Komödie des römischen Dichters Plautus zurück. Über Plautus ist wenig bekannt, außer dass er 184 v. Chr. bereits verstarb. Angeblich soll er seine Komödien als sogenannter Mühlensklave geschrieben haben, denn tatsächlich verdingte er sich bei einem Müller als Sklave, nachdem er sein gesamtes Vermögen, das er an der Bühne verdiente, durch Spekulationsgeschäfte wieder verloren hatte. Klingt modern!
Angeblich war Plautus Schauspieler, angeblich auch ein Komödiant. Er war kein Schreibtischdichter, sondern hat, von der Bühne inspiriert, aus der Theaterpraxis heraus geschrieben. Auch Molière – eigentlich Jean-Baptiste Poquelin – hat als Schauspieler zum Autorendasein gefunden. 1668, in den letzten Jahren seiner langen Karriere, hat er L’Avare (Der Geizige) als Prosakomödie geschrieben, in der er den Typ des reich gewordenen, aber geizig gebliebenen Bürgers karikiert, der seine lebensfroheren und konsumfreudigeren Kinder mit seinem Geiz erstickt.
(Ankündigung Schauspiel Frankfurt)

Deutsch von Sabrina Zwach

9 D, 3 H

UA: der Fassung 21.9.2023 · Schauspiel Frankfurt · Regie: Mateja Koleznik

Aufführungsarchiv

21
September 2023
Molière

Der Geizige

Theater

Regie Mateja Koležnik

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Theater

Molière

Der Menschenfeind

Deutsch von Heike Frank
3 D, 8 H

Molières „Menschenfeind“ ist Alceste, der die Heuchelei und Oberflächlichkeit der Gesellschaft zutiefst verabscheut. Er fordert radikale Aufrichtigkeit, worüber er mit seinem pragmatischen Freund Philinte in Streit gerät. Seine Kompromisslosigkeit bringt ihm schnell Ärger ein: Er zerreißt das dilettantische Sonett des Höflings Oronte schonungslos in der Luft, was zu einer Feindschaft und einer Klage vor einem Schiedsgericht führt.
Paradoxerweise liebt Alceste die junge, kokette Witwe Célimène, die genau jene gesellschaftlichen Laster verkörpert, die er so sehr hasst. Sie umgibt sich mit zahlreichen Verehrern und glänzt damit, genüsslich über abwesende Bekannte zu lästern. Die scheinheilige Arsinoé versucht aus Eifersucht, Alceste von Célimène abzuwenden, indem sie ihm als Beweis ihrer Untreue einen unadressierten Liebesbrief Célimènes zuspielt.
In einer dramatischen Konfrontation dreht die gerissene Célimène den Spieß jedoch um: Sie redet dem wütenden Alceste erfolgreich ein schlechtes Gewissen wegen seines Misstrauens ein, sodass er ihr erneut verfällt. Die Lage eskaliert weiter, als Alceste in seinem Gerichtsprozess unterliegt und den Entschluss fasst, der Gesellschaft endgültig den Rücken zu kehren.
Schließlich fordern Alcestes Nebenbuhler eine finale Entscheidung von Célimène. Dabei präsentieren sie Briefe, in denen sie jeden ihrer Verehrer schonungslos verspottet hat. Entlarvt wird Célimène von allen Männern verlassen. Nur Alceste bietet ihr die Heirat an – unter der Bedingung, ihm in die absolute Einsamkeit zu folgen. Als die erst zwanzigjährige Célimène dies ablehnt, weist Alceste sie endgültig zurück und verzichtet auch auf die aufrichtige Éliante, die sich stattdessen mit Philinte verlobt. Alceste zieht sich in die Einsamkeit zurück, während seine Freunde ihm folgen, um ihn vielleicht doch noch umzustimmen.
Heike Frank, deren Übersetzung von "Der Geizige" schon wiederholt nachgespielt wurde, legt hier eine Neu-Übersetzung von Molières berühmter Komödie vor.

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