Theater

Molière

Tartuffe

(Tartuffe)

Molières Verführungs- und Verstellungskünstler Tartuffe macht sich im Haus des vermögenden Orgon vollkommen unentbehrlich, indem er vorgibt, dessen Defizit an Lebenssinn mit Religion zu füllen. Mit der hypnotischen Kraft eines Sektenführers dringt Tartuffe in alle Geheimnisse der Pariser Bürgerfamilie ein, deren Oberhaupt ihm in kompletter, lächerlicher Selbstverleugnung folgt, sogar Haus und Vermögen überschreibt.

Bei der Uraufführung löste das Stück einen Skandal aus, vor dem nicht einmal König Ludwig XIV. seinen Protegé Molière noch schützen konnte. Zu scharf war die Kritik gegen die religiösen Heuchler und zu deutlich erkennbar ihre Adressaten. Auch dreihundertfünfzig Jahre später stellt das Stück verblüffende Wiedererkennungseffekte her: Für die pseudospirituellen Gewinnler einer durch Luxusprobleme latent therapiebedürftig gewordenen Gesellschaft gibt es Vorbilder genug. Welche Methoden wendet ein archetypischer Opportunist wie Tartuffe heute an, um ans Ziel seiner Wünsche zu gelangen, welche Verführungskünste setzt er ein und wie rücksichtslos ist er in der Wahl seiner Mittel? (Burgtheater Wien)


Deutsch von Luc Bondy, Peter Stephan Jungk

4 D, 7 H, St

UA: der Übersetzung 28.05.2013 · Akademietheater Wien · Regie: Luc Bondy

Aufführungsarchiv

08
September 2017
Molière

Tartuffe

Theater

Regie Stefan Pucher
Theater Thalia Theater GmbH, Hamburg
01
Dezember 2018
Molière

Tartuffe

Theater

Regie Gordon Kämmerer
Theater Theater Dortmund, Dortmund

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UA Frei

Theater

Molière

Der Menschenfeind

Deutsch von Heike Frank
3 D, 8 H

Molières „Menschenfeind“ ist Alceste, der die Heuchelei und Oberflächlichkeit der Gesellschaft zutiefst verabscheut. Er fordert radikale Aufrichtigkeit, worüber er mit seinem pragmatischen Freund Philinte in Streit gerät. Seine Kompromisslosigkeit bringt ihm schnell Ärger ein: Er zerreißt das dilettantische Sonett des Höflings Oronte schonungslos in der Luft, was zu einer Feindschaft und einer Klage vor einem Schiedsgericht führt.
Paradoxerweise liebt Alceste die junge, kokette Witwe Célimène, die genau jene gesellschaftlichen Laster verkörpert, die er so sehr hasst. Sie umgibt sich mit zahlreichen Verehrern und glänzt damit, genüsslich über abwesende Bekannte zu lästern. Die scheinheilige Arsinoé versucht aus Eifersucht, Alceste von Célimène abzuwenden, indem sie ihm als Beweis ihrer Untreue einen unadressierten Liebesbrief Célimènes zuspielt.
In einer dramatischen Konfrontation dreht die gerissene Célimène den Spieß jedoch um: Sie redet dem wütenden Alceste erfolgreich ein schlechtes Gewissen wegen seines Misstrauens ein, sodass er ihr erneut verfällt. Die Lage eskaliert weiter, als Alceste in seinem Gerichtsprozess unterliegt und den Entschluss fasst, der Gesellschaft endgültig den Rücken zu kehren.
Schließlich fordern Alcestes Nebenbuhler eine finale Entscheidung von Célimène. Dabei präsentieren sie Briefe, in denen sie jeden ihrer Verehrer schonungslos verspottet hat. Entlarvt wird Célimène von allen Männern verlassen. Nur Alceste bietet ihr die Heirat an – unter der Bedingung, ihm in die absolute Einsamkeit zu folgen. Als die erst zwanzigjährige Célimène dies ablehnt, weist Alceste sie endgültig zurück und verzichtet auch auf die aufrichtige Éliante, die sich stattdessen mit Philinte verlobt. Alceste zieht sich in die Einsamkeit zurück, während seine Freunde ihm folgen, um ihn vielleicht doch noch umzustimmen.
Heike Frank, deren Übersetzung von "Der Geizige" schon wiederholt nachgespielt wurde, legt hier eine Neu-Übersetzung von Molières berühmter Komödie vor.

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