Das im Jahr 1671 uraufgeführte Theaterstück The Amorous Prince von Aphra Behn – einer der ersten englischen Frauen, die ihren Lebensunterhalt als professionelle Dramatikerin verdienten – gilt aufgrund seiner unverblümten Darstellung von Sexualität und Geschlechterdynamiken seit jeher als kontroverses Werk. In ihren Arbeiten persiflierte Behn häufig den Adel und stellte etablierte gesellschaftliche Normen in Frage. Wegen seiner intensiven Auseinandersetzung mit toxischer Männlichkeit und der Stärkung von Frauen wird das Stück heute oft auch als das #MeToo-Stück des 17. Jahrhunderts bezeichnet, dessen Themen bei zeitgenössischen Wiederaufnahmen großen Anklang beim modernen Publikum finden.
Die Handlung ist in Florenz angesiedelt und verwebt auf raffinierte Weise zwei Handlungsstränge miteinander:
Der erste Handlungsstrang stellt den Prinzen Frederick in den Mittelpunkt, dessen ausgeprägtes Anspruchsdenken ihn dazu treibt, Frauen ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Konsequenzen nachzustellen. Zu seinen amourösen Eskapaden gehören Cloris, die Schwester seines besten Freundes Curtius, sowie Laura, die Verlobte ebendieses Freundes. Fredericks Verhalten beleuchtet dabei zentrale Themen wie toxische Männlichkeit und die Dekadenz der Aristokratie.
Der zweite Handlungsstrang folgt Antonio, dem „besessenen Ehemann“, der einen Plan ausheckt, um die Treue seiner Frau Clarina auf die Probe zu stellen. Clarina überlistet ihn jedoch mit der Unterstützung ihrer Schwägerin Ismena. Dies führt zu Verwechslungen und geschickten Gegenintrigen, in denen die weiblichen Figuren erhebliche Handlungsmacht ausüben und gesellschaftliche Normen bezüglich Geschlecht und Tugend hinterfragen.