Anne Carson

Anne Carson wird in Kanada und den USA längst als eine der wichtigsten Stimmen der Gegenwart gefeiert. 1950 in Toronto geboren, studierte sie Griechisch und unterrichtet als Altphilologin. Die Parallelität von Antike und Gegenwart durchzieht ihr ganzes Werk. Neben der Sappho-Studie Eros the Bittersweet und ihren Sappho-Übersetzungen entstanden auch Studien zu Celan und Hölderlin. Bei S. Fischer erschienen in der Übersetzung von Anja Utler: Decreation. Gedichte. Oper. Essays (2014) sowie Rot. Zwei Romane in Versen (2019). 2026 erhielt sie den Literaturnobelpreis für ihr Gesamtwerk.

Anne Carson wird in Kanada und den USA längst als eine der wichtigsten Stimmen der Gegenwart gefeiert. 1950 in Toronto geboren, studierte sie Griechisch und unterrichtet als Altphilologin. Die Parallelität von Antike und Gegenwart durchzieht ihr ganzes Werk. Neben der Sappho-Studie Eros the Bittersweet und ihren Sappho-Übersetzungen entstanden auch Studien zu Celan und Hölderlin. Bei S. Fischer erschienen in der Übersetzung von Anja Utler: Decreation. Gedichte. Oper. Essays (2014) sowie Rot. Zwei Romane in Versen (2019). 2026 erhielt sie den Literaturnobelpreis für ihr Gesamtwerk.

Auszeichnungen

  • 2026

    LIteraturnobelpreis für ihr Gesamtwerk

  • 2025

    Zbigniew Herbert International Literary Award

  • 2025

    Paris Review Hadada Prize

  • 2021

    PEN/Nabokov Award Achievement in International Literature

  • 2020

    Governor General's Literary Award für Norma Jeane Baker of Troy

  • 2020

    Princess of Asturias Award für Literatur

  • 2019

    Manuel Acuña International Poetry Prize

  • 2016

    Blue Metropolis International Literary Grand Prize für ihr Lebenswerk

  • 2014

    Griffin Poetry Prize für Rot

  • 2012

    Criticos Prize (London Hellenic Prize) für Antigonick

  • 2010

    PEN Award für übersetze Lyrik An Oresteia

  • 2001

    QWF Award – A. M. Klein Lyrikpreis für The Beauty of the Husband

  • 2001

    Los Angeles Times Book Lyrikpreis für The Beauty of the Husband

  • 2001

    T. S. Eliot Prize für The Beauty of the Husband

  • 2001

    Griffin Poetry Prize für Men in the Off Hours

  • 1998

    QSPELL Award – A. M. Klein Lyrikpreis für Autobiography of Red

  • 1997

    Pushcart Prize for Jaget

  • 1996

    QSPELL Award – A. M. Klein Lyrikpreis für Glass, Irony and God

  • 1996

    Lannan Literary Award für Lyrik

  • 1984

    Quarterly Review of Literature Betty Colladay Award für Canicula di Anna

Theater

Anne Carson

bakkhai

Deutsch vonMaria Milisavljevic
1 D, 7 H, und die Bakkhai

Pentheus, Herrscher über Theben, will einen Staat nach seinen Vorstellungen: Ordnung soll herrschen und Vernunft. Den anarchischen Hype um den dahergelaufenen Dionysos, der behauptet, Zeus' Sohn zu sein, und dessen wilde, rituelle Anbetung passen ihm nicht. Ausschweifungen, Sex, Alkohol gefährden die öffentliche Moral. Aber vor allem die Frauen, die von zuhause wegrennen. Bakkhische Möchtegernrituale oben in den Bergen. Weiber, die vollkommen durchdrehen, wegen jemanden, den sie Dionysos nennen sind ihm ein Dorn im Auge. Diesem Wahnsinn, bei dem sogar seine Mutter Agave mitmacht, muss ein Ende gesetzt werden, ins Gefängnis gehören sie, die entfesselten Verehrerinnen des Dionysos.

Doch Pentheus unterschätzt die Bakkhai – überhaupt unterschätzt er die Sehnsucht der Menschen nach einer Existenz jenseits der Normen, nach Gefühlen und nach Befreiung von Zwängen. Und vielleicht unterschätzt er auch seine eigene Sehnsucht nach einem anderen Dasein. Eines, das Dionysos verheißt.
Ein Kampf um die Gunst des Volkes entbrennt – Pentheus' kühler Verstand gegen das anarchische Lustprinzip des Dionysos und seine Versuchungen, Nüchternheit gegen Rausch, Ekstase gegen Disziplin.

Mit bakkhai hat die ausgewiesene Kennerin antiker Tragödien Anne Carson eine ‘neue Version’ von Euripides’ dunkelster Tragödie gedichtet und sich dabei virtuos der Mythen des dionysischen Kultes bedient. Carson blickt tief in die Abgründe sexueller Unterdrückung und familiärer Gewalt, erforscht dabei Gender-Zwänge ebenso wie die Schrecken despotischer Herrschaft und erzählt sehr zeitgemäß von einer Welt, die an der Radikalisierung ihrer Gegensätze zerbricht.

Aufführungsarchiv

Digitales Textbuch