© Yves Borgwardt

Anne Haug

Anne Haug studiert Schauspiel an der Universität der Künste in Berlin. Während ihres gesamten Werdegangs ist sie stets bestrebt, Schauspiel als gesellschaftlich relevante Kunstform zu benutzen, um eine Haltung zu Themen der Gegenwart einzunehmen und zu gestalten. Dafür schafft sie in und mit sich eine besondere Verbindung zwischen inhaltlicher Auseinandersetzung und physischem Ausdruck. Das zeigt sich sowohl in ihrer Arbeit als Schauspielerin als auch als eine der aufregenden Autorenstimmen der Jetztzeit. Sie nutzt intuitiv genreübergreifend die Möglichkeiten des Schauspiels und des Schreibens, um das Menschliche mit den unterschiedlichsten Mitteln glaubhaft zum Leben zu bringen - mühelos wechselt Anne Haug dabei von Slapstick, Komik, Dichtung, Stille bis hin zu Drama. Der grenzüberschreitende Wille von Anne Haug als Autorin und Darstellerin, das klassische Repertoire mit konzeptionellen und performativen Mitteln lebensnah zu erweitern, machen sie zu einer gefragten Protagonistin der unabhängigen Kinos und Bühnen der Gegenwart. Sie arbeitet im deutschsprachigen Raum mit den WegbereiterInnen des neuen europäischen Films und Theaters, darunter Aelrun Goette, Anna Bergmann, Antú Romero Nunes, Barbara Kulcsar, Emily Charriot, Fabian Stumm, Isabell Šuba, Laura Lackmann, Lola Arias, Maris Pfeiffer, Natascha Beller, Nora Abdel-Maksoud, René Pollesch, Sarah Blaßkiewitz, Viktor Bodó und Zino Wey. Zudem schreibt sie seit 2011 Theaterstücke sowie Film- und Fernsehformate unter anderem ihre Theaterserie 'Projekt Schooriil', die 2019 zum Theatertreffen eingeladen wurde oder den Kinofilm 'Take Me Too', in dem sie auch die Hauptrolle spielt. Seit 2025 inszeniert sie auch erfolgreich am Theater. Anne Haug arbeitet als Autorin, Regisseurin und Schauspielerin im deutschsprachigen Raum und lebt in Basel und Leipzig.


In der Spielzeit 20/21 wird Anne Haug im Rahmen des Stücklabors Hausautorin am Theater Basel.

2022 gewinnt sie den Förderpreis Dramatik der Schiller Gedächtnispreises.

Anne Haug studiert Schauspiel an der Universität der Künste in Berlin. Während ihres gesamten Werdegangs ist sie stets bestrebt, Schauspiel als gesellschaftlich relevante Kunstform zu benutzen, um eine Haltung zu Themen der Gegenwart einzunehmen und zu gestalten. Dafür schafft sie in und mit sich eine besondere Verbindung zwischen inhaltlicher Auseinandersetzung und physischem Ausdruck. Das zeigt sich sowohl in ihrer Arbeit als Schauspielerin als auch als eine der aufregenden Autorenstimmen der Jetztzeit. Sie nutzt intuitiv genreübergreifend die Möglichkeiten des Schauspiels und des Schreibens, um das Menschliche mit den unterschiedlichsten Mitteln glaubhaft zum Leben zu bringen - mühelos wechselt Anne Haug dabei von Slapstick, Komik, Dichtung, Stille bis hin zu Drama. Der grenzüberschreitende Wille von Anne Haug als Autorin und Darstellerin, das klassische Repertoire mit konzeptionellen und performativen Mitteln lebensnah zu erweitern, machen sie zu einer gefragten Protagonistin der unabhängigen Kinos und Bühnen der Gegenwart. Sie arbeitet im deutschsprachigen Raum mit den WegbereiterInnen des neuen europäischen Films und Theaters, darunter Aelrun Goette, Anna Bergmann, Antú Romero Nunes, Barbara Kulcsar, Emily Charriot, Fabian Stumm, Isabell Šuba, Laura Lackmann, Lola Arias, Maris Pfeiffer, Natascha Beller, Nora Abdel-Maksoud, René Pollesch, Sarah Blaßkiewitz, Viktor Bodó und Zino Wey. Zudem schreibt sie seit 2011 Theaterstücke sowie Film- und Fernsehformate unter anderem ihre Theaterserie 'Projekt Schooriil', die 2019 zum Theatertreffen eingeladen wurde oder den Kinofilm 'Take Me Too', in dem sie auch die Hauptrolle spielt. Seit 2025 inszeniert sie auch erfolgreich am Theater. Anne Haug arbeitet als Autorin, Regisseurin und Schauspielerin im deutschsprachigen Raum und lebt in Basel und Leipzig.


In der Spielzeit 20/21 wird Anne Haug im Rahmen des Stücklabors Hausautorin am Theater Basel.

2022 gewinnt sie den Förderpreis Dramatik der Schiller Gedächtnispreises.

UA Frei

Theater

Anne Haug

Ich bin gekommen, um zu sagen, dass ich gehe

1 D

Zurückgekommen ist sie nach 19 Jahren, in das Kaff, in dem sie von ihren Schulkameraden gedemütigt wurde. Nach der Schule ist sie aufgebrochen in die Metropole, um es sich und allen anderen zu zeigen. Um zu beweisen, dass sie es schaffen kann, ein Star werden kann oder wenigstens irgendwie erfolgreich.
An der Bushaltestelle steigt sie aus, um ihren Rachefeldzug anzutreten, gegen Dominic und Tamara. Sie waren das Traumpaar der Schule. Ihre gesamte Kindheit und Jugend wollte sie sein wie Tamara: aus gutem Hause, beliebt, mit aufwändigen Geburtstagspartys inklusive engagierten Clowns, die Schönheitskönigin des Dorfes, makellos in ihrem teuren, rückenfreien Kleid. Jetzt ist die gebotoxte Tamara Mutter ihrer drei Töchter Jessica, Joleen und Jennifer und Ehefrau von Dominic. Zusammen leben sie in ihrem perfekten Haus mit Garten, SUV und Wasserbett.
Was wäre, wenn Dominic damals sie geküsst hätte? Wenn sie die Schönheitskönigin geworden wäre? Wenn sie ihre Erfüllung im Dorfleben als Hausfrau und Mutter gefunden hätte? Wenn sie schon in den Reichtum ihrer Familie hineingeboren worden wäre, so wie Tamara, anstatt sich von Job zu Job zu hangeln und von der Hand in den Mund leben zu müssen?

In der atemlosen, ekstatischen Wutrede ihrer Protagonistin wirft Anne Haug Fragen auf nach Herkunft, nach dem Aufbrechen und Wiederkommen, nach Identität, nach Neid, nach Lebensträumen und ihrer Realität. Und die Frage, ob Rache eine befriedigende Antwort auf all das sein kann.

Theater

Anne Haug

MILF

2 D, 1 H

Tamara lebt mit ihrem Mann und ihren drei Töchtern die perfekte Familienidylle: Dominik, der liebevolle Vater, der als Chirurg das Geld nach Hause bringt, Tamara, die bestrebte Hausfrau, die als „Charity-Lady“ den Kleinstadt-Schönheitswettbewerb organisiert und ihre drei Prinzessinen dafür trainiert. Jeden Abend verwöhnt Tamara ihre Familie mit Dominiks Lieblingsgericht, einem Nudelauflauf, mit besonderer Fleisch-Einlage. Als Tamaras große Liebe Kat nach 22 Jahren plötzlich in der Küche steht, findet sich Tamara zwischen ihrem sexuellen Begehren und den eigenen sowie zugeschriebenen Erwartungen an die Ehefrau und Mutter wieder. Die Monotonie der heteronormativen Familienroutine wird durch Kats Rückkehr aufgebrochen und zur Disposition gestellt. Sowohl Tamara als auch Dominik erfahren durch Kat eine Konfrontation mit ihren eigenen Werten, Emotionen und ihrer Vergangenheit. Im Gegensatz zur aus männlicher Sicht entstandenen Bedeutung des Akronyms MILF - „Mother I’d Like To Fuck“ - stellt Anne Haug hier die begehrende Mutter aus feministischer Perspektive diesem entgegen, um den Begriff spielerisch zu überschreiben. Zwischen der überzeichneten Rolle der Frau von Schönheitsideal bis beschützende Mutter und horrorfilmartiger Atmosphäre werden Klischees lustvoll bis ins Absurde getrieben.

Für MILF erhält Anne Haug den Schiller-Gedächtnis-Förderpreis 2022.
In der Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg heißt es: Die Autorin Anne Haug schildert in ihrem Stück MILF den Umgang mit tradierten Rollenverteilungen in der Familie und dem Versuch, aus der abstrus erscheinenden Mutterrolle auszubrechen.

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