Junges Theater

Jung

Alice Muitoevoli Rugai & Janine D'Aragona & Sefa Küskü

Shortlist für den Deutschen Jugendstückepreis 2026

Herzlichen Glückwunsch an Alice Muitoevoli Rugai mit HAMSTERRAD, sowie Sefa Küskü und Janine D’Aragona mit „in liebe,“ zur Shortlist-Nominierung für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2026. Am 19.11.2026 um 19 Uhr findet die Preisverleihung im Kaisersaal des Frankfurter Römer statt. Wir freuen uns riesig für unsere Autor:innen und drücken die Daumen.

Collage aus drei Porträts in abgerundeten Rahmen vor einem dunklen Hintergrund mit goldenen Linien: Oben Alice Rugai, mittig Janine D'Aragona, unten ein lächelnder Sefa Küskü. © Zebu Kluth, Markus J. Bachmann, Laura Thomas

Aus insgesamt 115 eingereichten Stücktexten haben die vier Juror:innen Arrow (Jaron) Burgau, Chieh – Ni Chen, Ali Napoé und Martin Soofipour Omam in mehreren intensiven Diskussionsrunden die Nominierten für die Preise 2026 ausgewählt. Die Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert, nominierte Autor:innen erhalten je 3.000 Euro.

Der Deutsche Kindertheaterpreis und der Deutsche Jugendtheaterpreis würdigen Autor:innen und ihre Texte. Und dies bereits seit 1996: In diesem Jahr feiern die Staatspreise für dramatische Kinder- und Jugendliteratur 30-jähriges Jubiläum.

Jury-Begründungen: 

in liebe, (14+) von Sefa Küskü und Janine D’Aragona | S. Fischer Verlag Theater & Medien, UA: 21.11.2024, c.t.201 – Freies Theater Köln

Leyla und Alba leben in einer patriarchal geprägten Parallelgesellschaft, in der Zwangsheirat und Ehrenmord legitimiert werden. In „in liebe,“ von Sefa Küskü und Janine D’Aragona kämpfen sie für Selbstbestimmung: Sie wollen lieben, leben, reisen und sich kleiden, wie sie wollen. Das Stück erzählt schonungslos und schmerzhaft von ihrem Kampf. Die glaubwürdigen, differenzierten Figuren sind keine Opfer, sondern Menschen, die um ihre Freiheit ringen. Ein brutales, wichtiges Stück über Emanzipation, Bevormundung und gesellschaftliche Verantwortung. (Ali Napoé)

Hamsterrad (13+) von Alice Muitoevoli Rugai | S. Fischer Verlag Theater & Medien, UA: 15.02.2024, Theater Strahl, Berlin

Alice Rugais „Hamsterrad“ begleitet eine Jugendliche in ihrem Heranwachsen. Zwischen erster Liebe, Schule und familiären Pflichten sucht die 15-Jährige nach Begriffen, die ihre Identität beschreiben können. Sehr ehrlich erzählt das Stück von queerer Selbstfindung und von sozialen Verhältnissen, die allen Beteiligten viel abverlangen, und zeichnet auch die alleinerziehende Mutter, der zwischen Arbeit und Fürsorge kaum Zeit bleibt, verständnisvoll. Das Bild des Hamsterrads zieht sich dabei durch das ganze Stück: Nicht nur das Haustier, sondern alle Figuren laufen unaufhörlich im Kreis. Mit seiner humorvollen, lebendigen Sprache macht dieser tolle Coming-of-Age-Text die unterschiedlichen Lebenslagen und Zwänge erfahrbar und lädt dazu ein, auch andere Perspektiven und Lebenswirklichkeiten zu verstehen. (Chieh-Ni Chen)

© Zebu Kluth

Alice Muitoevoli Rugai

Geboren und aufgewachsen in der Toskana- „oh so schön, ich war auch dort im Urlaub“. Alice Muitoevoli Rugai hat Fremdsprachen und Literaturwissenschaft an der Universität von Pisa und im Master Theaterwissenschaft an der FU in Berlin studiert und abgeschlossen. Gerade gehört Alice zum 17. Jahrgang Szenisches Schreiben an der UDK. Humor, politische Reflexion und gelegentliche grammatikalische Fehler entstammen oft aus den Erfahrungen im Theater der Unterdrückten sowie aus Gemeinschaftstheaterprojekten in Italien und Deutschland. Die aktuellen Herzensangelegenheiten umfassen Themen wie Bierasure (Unsichtbarkeit der Bisexualität), Biodiversität und Klassismus. Staub: Verbrannte Monologe Verdammtes Kapital wurde im Oktober 23 bei der DRAMA! Festival in Hamburg als Werkstatt Inszenierung aufgeführt, im Januar war dann Cembalo: a gemischte Orientierung Perioddrama an der Ernst Busch bei Werkstatt Neue Stücke in Berlin dran. Im Theater Strahl läuft noch Hamsterrad. Das Stück hatte seine Uraufführung in Februar 24 und ist im Stückepool von "Kaas und Kappes das niederländisch-deutsche Kinder- und Jugendtheaterfestival" aufgenommen worden. Alice hat Erfahrung in der Produktionskoordination und Dramaturgie in der Freien Szene Berlins und sucht ständig Jobs.

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Janine D'Aragona

Janine D'Aragona, geboren 1988 in Freiburg, arbeitet als freie Schauspielerin, Choreografin und Autorin in Köln. Im Alter von 16 Jahren wurde sie Mutter und holte anschließend sämtliche Schulabschlüsse nach, bevor sie 2021 ihre Ausbildung an der Arturo Schauspielschule in Köln absolvierte. Ihre ersten Engagements führten sie ans COMEDIA Theater, wo sie bis heute regelmäßig gastiert und demnächst ihr Regiedebüt geben wird.
Gemeinsam mit Sefa Küskü schrieb sie das Theaterstück in liebe,, das 2026 für den Deutschen Jugendtheaterpreis nominiert wurde. Die Inszenierung wurde außerdem mit dem Jugendjurypreis des WESTWIND Festivals sowie dem Goldenen Pinguin ausgezeichnet.

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Sefa Küskü

Sefa Küskü, geboren 1997 in Wanne-Eickel, entdeckte seine Leidenschaft für das Theater, als er 2014 erstmals in einem Jugendclub auf der Bühne stand. Seither spielt er auf verschiedenen Bühnen in Nordrhein-Westfalen. Von 2018 bis 2022 absolvierte er seine Schauspielausbildung an der Schauspielschule der Keller in Köln. Seit 2023 gehört er dem Vorstand von C.T.201 – Freies Theater Köln an.

Seine queere und türkische Perspektive prägt sein künstlerisches Arbeiten. In seinen Stücken beschäftigt er sich mit Herkunft und Zugehörigkeit, familiären Prägungen und gesellschaftlichen Konflikten. Dabei verbindet er dokumentarische Recherche mit biografischen und fiktionalen Elementen.

2022 gab Küskü mit Homo+, einer Stückentwicklung über queere Lebensrealitäten, sein Regiedebüt. Es folgten in liebe, und Çay – Eine Heimatsgeschichte. Das gemeinsam mit Janine D’Aragona entwickelte Stück in liebe, erhielt 2025 den Preis der Jugendjury beim WESTWIND-Festival und 2026 den Goldenen Pinguin für die beste Inszenierung. Der Text steht auf der Shortlist für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2026. Çay – Eine Heimatsgeschichte wurde 2026 zum WESTWIND-Festival eingeladen.

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