Stell dir vor, du bist sechs Jahre alt, spielst leidenschaftlich Fußball und wächst behütet in einem wunderschönen Haus in der Karlsruher Kriegsstraße 120 auf. Dein Vater Richard Fuchs ist ein bekannter Architekt und Komponist, euer Alltag ist voller Musik. Und jetzt stell dir vor, es ist 1934 und du wirst plötzlich, nur weil deine Familie jüdisch ist, im eigenen Land zum Feindbild erklärt. Systematische Ausgrenzung dringt unaufhaltsam in dein Leben ein. Nach den Schrecken des Novemberpogroms 1938 gelingt euch in letzter Sekunde die Flucht ans andere Ende der Welt, nach Neuseeland – doch das Trauma und der schmerzhafte Verlust der geliebten Heimat reisen im Gepäck mit.
Lisa Sommerfeldt verwebt in diesem berührenden Dokumentartheaterstück (ab 12 Jahren) historische Dokumente, Tagebücher und die Musik von Richard Fuchs zu einem dichten, poetischen Zeitzeugnis. Ein hochaktuelles, feinfühliges Werk über Ausgrenzung, Identitätsverlust und den unsichtbaren Preis des Überlebens.