Fiston Mwanza Mujila

Zu der Zeit der Königinmutter
5 D, 6 H, Chor, (Doppelbesetzungen möglich)
UA: Spielzeit 2018/19 · Burgtheater Wien
Einst wurde in der New Jersey Bar die Nacht zum Tag gemacht. Von Männern aus aller Welt. Vielen. Dreckigen. Goldschürfern. Und das Bier, das floss in Strömen. Und mittendrin die Mädchen, die leichten, die Königinnen im Biertaumel, Herrscherinnen der Lust, Dompteusen der Entladung. Doch all das ist längst vorbei. In der Vergangenheit schwelgend, sind sie alt geworden. Und verharren - geschichtenerzählend im Stillstand. Doch auf einmal taucht der Neue auf, so schön, so souverän und außerdem so schrecklich arrogant.

Fiston Mwanza Mujilas Schreiben ist wie Musik, wie Jazz, sinnlich, überquellend, zügellos und mitreißend. Eine Flut von Bildern, Rhythmen und wuchernden, wundersamen, komischen Geschichten begleitet seine Figuren auf der Suche nach Heimat und Identität. Mit diesem Stück hat der ansonsten auf Französisch schreibende Autor sein erstes Theaterstück von Beginn an in deutscher Sprache geschrieben.

Journal

Fiston Mwanza Mujila

Uraufführung: Von Königinnen im Biertaumel, Herrscherinnen der Lust und Dompteusen der Entladung – ZU DER ZEIT DER KÖNIGINMUTTER von Fiston Mwanza Mujila am Burgtheater, Wien

22.02.2019
Zeit: Gegenwart. Ort: die New-Jersey-Bar. Die kleine Gertraud, Jimmy, der Chef und viele andere Männer und Frauen versammeln sich in dieser heruntergekommenen Bar in einer abgelegenen Gegend an den Rändern Europas, Asiens, vielleicht in Afrika. Der Barkeeper hat schon bessere Zeiten gesehen – „Zu der Zeit der Königinmutter / War das Leben eine Note des Jazz / Wir waren das Leben / Wir waren diese Bar / Wir die leuchtenden Frauen“. Diese Zeit ist ... mehr

Fiston Mwanza Mujila

"Ich war nicht schwarz (Selbstgespräch eines gewöhnlichen Nachtarbeiters)" - Ein Beitrag des Romanciers und Dramatikers Fiston Mwanza Mujila im Rahmen der Literaturkonferenz ÄNGST IS NOW A WELTANSCHAUUNG

20.07.2018
"Ich habe Jahrhunderte gebraucht, um zu verstehen, was ein Körper ist. Nicht in dem Sinn, dass er dem Land oder der Familie gehört, sondern dass er sich selbst gehört. Der Körper: sechs wirre Buchstaben, um einen Ozean zu beschreiben [...]"   Für die diesjährige Literaturkonferenz ÄNGST IS NOW A WELTANSCHAUUNG hielt Fiston Mwanza Mujila eine Keynote, die hier ... mehr

Fiston Mwanza Mujila

Fiston Mwanza Mujila eröffnet das Dramatiker|innenfestival in Graz

14.05.2018
Wer darf seine Stimme erheben?Wer wird gehört und wer überhört?Worüber wird wo wie gesprochen?Was wird verschwiegen?   Das diesjährige Dramatiker|innenfestival in Graz beschäftigt sich mit der Frage, wie die Wirklichkeit durch Sprache abgebildet und konstituiert wird. AutorInnen fordern zum Nachdenken über Sprache und Sprechen auf. Ausgerichtet vom Schauspielhaus und dem DRAMA FORUM von uniT widmet sich das Festival neuen und bereits etablierten ... mehr

Fiston Mwanza Mujila

Fiston Mwanza Mujila erhält den renommierten Peter-Rosegger-Preis

22.03.2018
"Er ist dahein in vielen Welten und ebenso vielen Sprachen. Eines der imposanten Resultate daraus ist die enorme sprachliche Vielstimmigkeit, die auch den Debütroman ,Tram 83" von Fiston Mwanza Mujila zu einem international herausragenden literarischen Ereignis macht", heißt es in der Jury-Begründung. "Fiston Mwanza verfügt über die rare Gabe, Sätze in rhythmische Kompositionen zu verwandeln", urteilte die Jury über seinen Debütroman Tram ... mehr

Kritiken

Zu der Zeit der Königinmutter

Nachtkritik

Ein sprachlich starker, dichter Text ist das, anspielungs- und assoziationsreich, weit entfernt von stringentem Erzählen. Oder gar einem Plot.

Wiener Zeitung

Eineinhalb Stunden folgt das Sprechdrama dem Muster eines Jazzkonzerts: einzelne Figuren treten mit Soli hervor, lyrisch und erzählend, in einer schon im Roman angestimmten Kühnheit und Dichte von Bildern und Metaphern.

Die Zeit

Es ist eines dieser Stücke, die ihre Kraft nicht aus einem Plot heraus entwickeln, der sich in einem Programmheft-Text zusammenfassen ließe. Mwanza Mujila verhandelt das Menschsein, hineingeworfen in eine Welt, die in jeder Region ein gemeinsames Chrakteristikum aufweist: immer knapp am Abgrund thronend, dennoch nicht aus Verzweiflung abgestürzt. 

Theater heute

Er schreibt Elegien auf Gestrandete, die sich die chaotische Welt auf ihre Weise aneignen, durch eine überbordende, bildstarke, fantasievolle Sprache, die sehr musikalisch ist.