Herbert Achternbusch

"Das Theater ohne Schriftsteller ist ein Theater der Hanswursten" - Zum 80. Geburtstag des anarchischen Universalgenies Herbert Achternbusch

"Das Theater ohne Schriftsteller ist ein Theater der Hanswursten" - Zum 80. Geburtstag des anarchischen Universalgenies Herbert Achternbusch

Herbert Achternbusch wird am 23. November 80 Jahre alt. Als Filmemacher, Schauspieler, Maler, Dichter und (Überlebens-) Künstler prägt er die deutschsprachige Gegenwartsdramatik seit Jahrzehnten wesentlich mit. Insbesondere an seinem Heimatland Bayern, der bayerischen Lebensart und -mentalität hat er sich in zahlreichen Gedichten, Theaterstücken und Dramenwerken abgearbeitet; stets changierend zwischen Ekel und widerwilliger Zuneigung. In seinen Texten verhandelt er aber auch sein eigenes Leben, seine Kindheit, seine Freund- und Feindschaften. In Achternbuschs Texten stößt man stets auch auf Achternbusch selbst. 

 

Geboren 1938 in München, wuchs Achternbusch bei seiner Großmutter im Bayerischen Wald auf. Nach dem Abitur studierte er Malerei an der Kunstakademie Nürnberg; verschiedene Tätigkeiten, z.B. Zigarettenverkäufer auf dem Oktoberfest; zahlreiche Veröffentlichungen (u.a. Das Kamel, Der Tag wird kommen, Land in Sicht, Es ist ein Leichtes beim Gehen den Boden zu berühren, Breitenbach, Es ist niemand da) und Filme (u.a. Das Andechser Gefühl, Bierkampf, Die Atlantikschwimmer, Der Neger Erwin, Das letzte Loch, Das Gespenst, Mix Wix, I Know the Way to the Hofbräuhaus, Ab nach Tibet!). Herbert Achternbusch erhielt mehrere Preise, darunter die Ludwig-Thoma-Medaille der Stadt München und den Petrarca-Preis (1977, abgelehnt). Für sein Stück Der Stiefel und sein Socken, das im Dezember 1993 in seiner eigenen Regie an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt wurde, erhielt Achternbusch 1994 zum zweiten Mal den Mülheimer Dramatikerpreis. Sein Roman Hundstage erschien im Frühjahr 1995 im S. Fischer Verlag, sein Film Hades wurde für den offiziellen Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele 1995 ausgewählt. 

 

"Die Theater sind satt, die sind Achternbusch satt. Aber die kommen schon wieder. Es gibt ja keinen anderen." (Herbert Achternbusch)


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