Hannelore Jäger, Hannelene Limpach

Glück, wie buchstabiert man das
Monodrama
Für Kinder ab 2 Jahren
1 D, 1 Dek
UA: Dezember 2004 · Theaterwerkstatt, Ulm · Regie: Hannelene Limpach
Maria Brettschneiders Erinnerungen sind mächtig, augenscheinlich übermächtig: Tieffliegerangriffe und Flucht, Bombennächte, die Vergewaltigung der Mutter im Nebenzimmer und immer das Gefühl, "alles zu verlieren, was man liebt". Dabei scheint Brettschneider alles gewonnen zu haben in ihrem Leben: die große Liebe, beruflichen Erfolg und jetzt auch endlich der langersehnte Urlaubstrip nach Griechenland. Sie will "das Land mit der Seele" suchen, doch was ist aus dieser verwundeten, versehrten Seele geworden? Kriegskrüppel ist kein schönes Wort, und doch gibt es eine Ahnung des erlittenen Entsetzens. Während Maria Brettschneider den Koffer für den Urlaub packt, nimmt sie die Zuschauer mit zu einer Fahrt in jene Hölle, die Kriegskindheit heißt. Eine Hölle, die in der Lage ist, noch Jahrzehnte später Teufel zu gebären.
Hannelene Limpach und Hannelore Jäger haben aus eigenen Erlebnissen und Zeugnissen anderer Kriegskinder einen beklemmenden Text destilliert. Beklemmend für jene, die selbst dabei waren. Verstörend für die Nachgeborenen, und, wie der Blick auf die zahlreichen Kriege der Gegenwart zeigt, ein Text von bleibender Aktualität.
JT