Jakob Nolte, William Shakespeare

Der Sturm
Auftragsarbeit für das Deutsche Theater Berlin
UA: Neuübersetzung am 23. Juli 2022 · Deutsches Theater Berlin in Kooperartion mit den Bregenzer Festspielen · Regie: Jan Bosse
Diese Sturmüberschreibung von Jakob Nolte ist so stürmisch wie der Titel selbst. Shakespeares Sprache wird lustvoll durcheinander gewirbelt, obwohl das Prinzip der Sprache weitaus enger mit dem Original verschmolzen ist, als es bei jeder anderen Übersetzung der Fall ist. Jakob Nolte hat eine aus dem Original gewachsene Kunstsprache erfunden, die nicht affektiert wirkt oder eitel, sondern so spielfreudig und bezaubernd seltsam und sonderbar wie die Bewohnerinnen und Bewohner dieser shakespeareschen Insel selbst.

Noltes Überschreibung ist voll zärtlicher Sperrigkeit und leuchtet durch die kantigen Verschachtelungen hindurch wie ein faszinierender Solitär. Die Sprache verselbständigt sich unentwegt und entzieht sich allen Lese- und Sprechgewohnheiten. Genau wie die Vorgänge auf der Insel scheint die Übersetzung nur so etwas wie eine Illusion zu sein und gleichzeitig auch wieder nicht. Denn es gibt sie ja, und sie entwickelt in diesem endlosen Anglizismus eine faszinierende Schönheit. Was könnte diesem Stück gerechter werden als eine Sprache, die sich wie die phantastischen Turbulenzen dieses Sturms über alle Gesetzmäßigkeiten hinwegsetzt?

Journal

Jakob Nolte

Bregenzer Festspiele: DER STURM von William Shakespeare in einer Neuübersetzung von Jakob Nolte

25.07.2022
Am 23.07.2022 wurde Jakob Noltes kongeniale Neuübersetzung von Shakespeares letztem vollständigen Werk im Rahmen der Bregenzer Festspiele erstaufgeführt. DER STURM in Bregenz hätte auch Der Rausch heißen können. Das, was das Deutsche Theater Ensemble in der Regie von Jan Bosse und mit der elektrisierenden Übersetzung von Jakob Nolte auf die von ... mehr

Kritiken

Der Sturm

Nachtkritik

Dieser "Sturm" ist ironisch verklärt, genüsslich gespielt, sündhaft vergnüglich. Oder, mit Jakob Nolte ausgedrückt: solches Zeug als Träume sind gemacht von.

Der Srabdard

Und auch die grammatikalisch wie semantisch recht abenteuerlustige Übersetzung schmerzt nicht. Viel eher verneigt sie sich vor dem sprachlichen Wagemut Shakespeares.