Werner Schwab

Die Präsidentinnen
3 Szenen
3 D, 1 Dek
UA: 13.02.1990 · Theater im Künstlerhaus, Wien · Regie: G. Panak
Ernas Wohnküche. Gegenwart. Nachdem sich Erna, Grete und Mariedl im Fernsehen die Übertragung einer Papstmesse angesehen haben, unterhalten sie sich über Gott und die Welt. Die bigotte und geizige Erna sorgt sich um ihren Sohn Hermann, der lieber säuft als ihr ein Enkelkind zu schenken. Die immer lüsterne Grete erzählt von ihrer psychisch verwirrten, in Australien lebenden Tochter Hannelore und schwärmt von ihrem Dackel Lydi. Mariedls große Leidenschaft ist es, verstopfte Klos mit bloßen Händen auszuräumen, wobei sie es zu einer wahren Meisterschaft gebracht hat. Wegen des Fleisches Wottila geraten Erna und Grete in einen Streit, der in eine richtige Rauferei ausartet. Mariedl kann die beiden schließlich wieder aussöhnen. Die drei Frauen träumen von einem Fest, auf dem Grete einem Musikanten den Kopf verdreht und Wottila um Ernas Hand anhält, während Mariedl unter dem Jubel der Menge die verstopften Klomuscheln reinigt. Mariedl lässt auch Hermann das Fest besuchen. Er schlägt die Köpfe von Wottila und Erna so lange zusammen, bis "die Seelen auswandern". Erna und Grete rächen sich für diese Phantasien, indem sie Mariedl mit einem Küchenmesser "sorgfältig ... den ganzen Hals" durchschneiden. Danach spielen drei hübsche Frauen auf der Bühne "bösartig, übertrieben und kreischend" das Stück Die Präsidentinnen, während Erna, Grete und Mariedl entsetzt das Weite suchen.

Die Präsidentinnen ist das erste von Schwabs Fäkaliendramen. Zu dessen Titel vermerkt der Autor: "Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alle zu bestimmen. Eine Form von Größenwahn. Ich stamme aus einer Präsidentinnen-Familie."
Harenberg Schauspielführer
Übersetzt in: Czech, English, Danish, Icelandic, Norwegian, Spanish, Swedish

Hörspiele

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