Daniel Danis

Kiwi
(Kiwi)
Deutsch von Gerda Gensberger
Für Kinder ab 10 Jahren
1 D, 1 H
UA: 06.12.2007 · Theatre Le Grand Bleue, Mons · Regie: Daniel Danis
DSE: 09.10.2009 · Württembergische Landesbühne, Esslingen · Regie: Marco Süß
In einer unbekannten Stadt wird ein zwölfjähriges Mädchen von seinen Verwandten zurückgelassen, als die Slums, in denen sie wohnen, zwangsgeräumt werden, weil sie Unterkünften weichen sollen, die für die Olympischen Spiele gebaut werden. Dem Mädchen bleiben allein die Wollmütze ihrer toten Mutter und der Schlüsselbund ihres toten Vaters. In der Stadt trifft sie auf eine Gruppe von obdachlosen Kindern und Jugendlichen. Sie wird in die „Familie“, wie die Gruppe sich nennt, aufgenommen. Ihr Name wird ab jetzt Kiwi sein. Denn alle in der Gruppe tragen die Namen von Obst- oder Gemüsesorten – Symbol für die Abgrenzung vom alten Leben.
Kiwis engster Vertrauter ist Litchi, den sie von der Anführerin Mango als Ehemann zugeteilt bekommen hat. Alle aus der Gruppe verbindet eine tiefe Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit und sie alle träumen von einem neuen, besseren Leben. Ein Leben, das sie gemeinsam in einem Haus mit Hof verbringen wollen. Aber für den Kauf dieses Hauses benötigen sie Geld. Sie putzen Autos, stehlen und prostituieren sich, jedoch immer die Regel befolgend, dass das Töten nicht erlaubt ist. Als Kiwi aber zusammen mit Litchi von einem Freier verfolgt wird, müssen sie diese Regel brechen und
alles wird anders. Litchi muss gehen und die Gruppe wird immer stärker durch die „Geheimpolizei“ bedroht. Heimatlose Jugendbanden machen sich schließlich nicht gut im perfekten Bild der anstehenden Olympischen Spiele. Und schließlich eskaliert die Situation.

Kiwi ist ein eindrückliches Jugendstück, erzählt, wie andere Stücke des Autors, in poetischen Monologen. Ein Text, der trotz der Ausweglosigkeit der dargestellten Situationen der Hoffnung immer wieder eine Chance lässt.
JT