Hubert Fichte

Ödipus auf Håknäss
Schauspiel
8 D, 8 H, Nebenrollen, St, Verwandlungsdek
frei zur UA
Ödipus auf Håknäss, entstanden 1960/61, ist eines von zweien in Fichtes Nachlass aufgefundenen Theaterstücken. Die Handlung spielt in Schweden, in einem Heim der Anthroposophen für »pathologische Jugendliche«, und beschreibt die Kämpfe und die vielfachen erotischen Verwicklungen ihrer jugendlichen Erzieher. Im Mittelpunkt steht der dreiundzwanzigjährige Lehrer Bernhardt, der auf der Suche nach seinem Vater und sich selbst nach Schweden gekommen ist. Unter Mitwirkung sowohl der Zöglinge als auch seiner Kollegen bereitet er eine ›Ödipus‹-Aufführung vor. Im Verlauf der Proben kommt es nicht nur zu den unterschiedlichsten Gefühlsverwirrungen, sondern auch zu intensiven theoretischen Auseinandersetzungen zwischen den Steiner-Anhängern und Bernhardt, der mit dem Studium der Schriften Sigmund Freuds begonnen hat. Als Bernhardts Mutter eintrifft, findet das ›Ödipus‹-Drama seine Entsprechung in der Wirklichkeit, und die Handlung treibt auf ein dramatisches Ende zu.

»Bernhardt: Ich will Ödipus spielen, hier auf Håknäss!
Huberta: Was? Eine griechische Tragödie mit deutschen Antroposophen in einem schwedischen Heim vor minderjährigen Deppen? Du bist genauso verrückt wie deine Pfleglinge, Bernhardt!«