Theater

Audio

Edward Albee

Die Zoogeschichte

(The Zoo Story)

An einem Sommernachmittag sitzt der Verlagsangestellte Peter entspannt lesend auf einer Bank im Central Park. Jerry, ein etwas abgerissen wirkender junger Mann, verwickelt ihn in ein Gespräch. Er kommt gerade aus dem Zoo und erzählt davon, wie sich dort Mensch und Tier vergeblich um eine Verständigung bemühen und einander voller Angst belauern. Jerry ist ein Außenseiter, er lebt völlig vereinsamt in einem Mietshaus. Plötzlich wird Jerry aggressiv. Er holt ein Messer hervor und nötigt es dem verwirrten Peter auf. Jerry verhöhnt Peters bürgerliches Leben und dessen Symbole. Schließlich stürzt er sich in das von Peter krampfhaft festgehaltene Messer. In Panik läuft Peter davon.

Deutsch von Pinkas Braun

2 H, 1 Dek

UA: 12.09.1959 · Schillertheater, Berlin · Regie: Boleslaw Barlog

Ursendung: 22.01.1960 · RB · Regie: Gerlach Fiedler

Aufführungsarchiv

01
Juni2002
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

TheaterDudweiler Statt-Theater e.V.,Saarbrücken
26
Oktober2002
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

TheaterKellertheater Winterthur,Winterthur
06
Februar2004
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

TheaterWallgraben Theater,Freiburg
25
Juni2004
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

RegieCarolin Pienkos-Obonya
29
April2005
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

TheaterJunge Bühne Schlangenbad,Schlangenbad
28
September2006
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

RegieDiana Simeoni
18
Oktober2006
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

01
April2008
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

RegieReinfried Schieszler
06
März2009
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

RegieTilo Krügel
28
März2009
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

RegieDirk Böhling
06
Juni2009
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

RegieLivia Anne Richard
TheaterLART / Theater Gurten,Hinterkappeln
22
April2010
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

RegieWolfgang Beuschel
Theater,Zürich
14
September2011
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

RegieIsmael Hawramy
TheaterTHEATER K,Aachen
24
September2011
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

RegieAlejandro Quintana
TheaterTheater Heilbronn,Heilbronn
29
November2011
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

RegiePhilipp Kugler
14
März2014
Edward Albee

Die Zoogeschichte

Theater

Audio

RegieWilly Praml
TheaterTheater Willy Praml,Frankfurt

Weitere Stücke

Alle Stücke

Theater

Edward Albee

Malcolm

Deutsch vonPinkas Braun
4 D, 11 H, Verwandlungsdek

Seit Monaten wartet Malcolm vor der Bank eines Hotels auf seinen verschwundenen Vater. Er ist jung, schön, unbedarft und wie ein Schwamm, der alles aufsaugt, ohne es zu hinterfragen. Die perfekte Projektionsfläche für Wünsche aller Art. Cox, Spielmacher und Mitspieler in einem, reicht ihn herum. Malcolm hat überall Erfolg: beim uralten Kermit und seiner Frau Laureen; bei den reichen Girads; bei der Nutte Ethel, der Malerin Eloisa und dem Showstar Melba. Sie machen sich ein Bild von ihm, und er spielt bedingungslos mit. Für Mdme Girard, flankiert von vier Schönheitskönigen, ist er der neue Prinz. Eloisa hält ihn nicht nur für das schönste Modell, sondern lässt ihn auch gemeinsam mit ihrem Mann Jerome durch die Betten von Jazz-Musikern wandern. Das Portrait von ihm bringt ihr eine hohe Summe ein. Jerome erzielt mit dem Verkauf des "Originals" Malcolm weitaus weniger. Malcolm versteht diese Welt nicht. Er schreit nach seinem Vater. "Was soll aus mir werden?"
Melba bietet ihm die endgültige Antwort auf diese Frage. Sie macht den 15jährigen zu ihrem Mann, während die anderen sich streiten und neue Konstellationen bilden. Malcolm wird immer dünner, ausgezehrt vom Liebesspiel. Der Arzt diagnostiziert eine akute Alkoholvergiftung und sexuelle Hyperästhesie. Er stirbt. "Wir haben uns bemüht", sagen die, die nach seinen Bedürfnissen nie gefragt haben.

Ist man verloren, hängt man sich an alles. Albee geht ins Extrem, um über Menschen zu erzählen, die nicht wissen, woher und wohin und für die die Frage nach dem Sinn allein die Frage nach der Befriedigung von Wünschen ist. Egoistische Leidenschaft, der Mensch als Objekt - Oscar Wildes "Dorian Gray" ist nicht weit entfernt.

Theater

Edward Albee

Der Mann, der drei Arme hatte

1 D, 2 H, 1 Dek

Sie hatten viele Berühmtheiten da: Albert Einstein, Paul Tillich, Dylan Thomas, Robert Frost. Seit 33 Jahren läuft die Vortragsreihe "Männer über Männer", und nur selten passiert den Veranstaltern ein Lapsus wie der, einen bereits verstorbenen Prominenten einzuladen. Der 231. Vortrag steht an: Der Mann, der drei Arme hatte, ist zu Gast. Eine Sensation, zumindest eine gewesene. Er muss sich in Fahrt reden, doch wenn er dann erzählt, ist er kaum zu bremsen. Seine Wut ist immens. Wut über die immer gleichen Empfänge, Wut über das Beäugtwerden. "Sie sind ein Missgeschick der Natur.", zischte ihm ausgerechnet ein Priester zu. Sein Resultat aus der Bekanntschaft mit der Welt ist schroffer Defätismus: das Leben ist nutzlos.
Schließlich erzählt er doch noch von seiner Laufbahn als abnorme Attraktion. Er wollte nichts weiter als den "amerikanischen Traum" leben, einfach und glücklich: ein Haus, eine Frau, Kinder, Karriere. Und er hatte es erreicht - bis ihm der dritte Arm wuchs. Der macht ihn zwar berühmt, aber schnell lernt er auch die Schattenseite der Publicity kennen. Ein (Spießruten)Lauf durch Hörsäle und Talkshows stärkt zwar sein Ego, jedoch so sehr, dass ihn seine Frau verläßt. Alles geht schief. Sein Agent betrügt ihn, er steht mit horrenden Schulden da. Als wollte auch er ihn verhöhnen, zieht sich der dritte Arm zurück. Am Tiefpunkt seiner Laufbahn - hier und jetzt als abgehalfterte Prominenz - beschimpft er zutiefst verzweifelt das Publikum, das ihn als Monstrum verehrte, jetzt aber fallen lässt.

Albees Selbstanalyse - früh als genialer Autor gefeiert, misslang ihm danach zunächst ein Stück nach dem anderen - gemahnt an den Voyeurismus der heutigen "Superstar"-Epoche.

Theater

Edward Albee

Alles vorbei

Deutsch vonPinkas Braun
4 D, 6 H, 1 Dek

Ein Mann liegt im Sterben. Seine Ehefrau, die beiden erwachsenen Kinder, seine langjährige Geliebte und sein bester Freund, wiederum ein Ex-Liebhaber seiner Frau, haben sich im Zimmer versammelt - eine explosive Konstellation in einem tragischen Moment. Doch anders als man meinen sollte, wissen die beiden Frauen die Distanz zu wahren, sie verstehen sich sogar ausnehmend gut. Nur in dem Punkt, wer über die Beerdigungszeremonie bestimmen darf, sind sie uneinig. Ansonsten herrscht in Erwartung des Todes nüchterne Gelassenheit vor. Ganz anders als bei dem Sohn und der Tochter, die ein "Leben in Abwehrstellung" führen: Konfrontiert mit dem Vorwurf, es nur zu einer unbedeutenden, nichtssagenden Existenz gebracht zu haben, ist ihre Stimmung gereizt, mitunter aggressiv. Sie sehnen das Ableben des Vaters herbei. Endlich würden sich die Familienbande lösen, endlich wären sie frei. Womöglich hätte auch die "Sitte des Hauses", dass man am Ende eines Streits immer an den Ausgangspunkt zurückkehrt, ein Ende.
Verdammt zum Nichtstun, rekapitulieren die Versammelten Abschnitte ihres Lebens, beiläufig die einen, erregt bis zum Verstummen die anderen: der beste Freund, der seine Frau in die Psychiatrie einweisen ließ; die Geliebte, die sich nach den Ritualen, wie sie eine Ehefrau erlebt, sehnte; die Tochter, die von ihrem Mann geschlagen wird. Je länger das Sterben dauert, desto stärker wird auch die Angst vor der Endgültigkeit. Dagegen reden sie an, bis die Ehefrau die erdrückende Fatalität in ein echtes Gefühl zu verwandeln mag.

Digitales Textbuch