William Shakespeare

Dreier
1 D, 2 H
UA: 10.07.2002 · Staatstheater Stuttgart · Regie: Alexander Tull
Beinahe unabsichtliche Gemeinheiten reihen sich aneinander. Nicht Waffen, sondern Reißzwecke sind die Worte, die sich Frau und Liebhaber, vermeintlich bester Freund ihres Mannes, um die Ohren hauen. Zynisch und kleinformatig wie die erotische Konstellation, in der sie sich befinden, ist jede Regung der Figuren.
Der Gatte steht unvermutet vor der Tür und die Weichen für ein Beziehungsdrama wären gestellt. Doch der Moment der Möglichkeiten zerplatzt wie eine Seifenblase: Posen und Situationen werden durchgespielt und wieder verworfen. Eine quälende Farce beginnt, in der keiner sich die Blöße geben will und keiner Position bezieht, bis das Drama schließlich doch seinen Lauf nimmt...
Halbherzig bemühen sich die Figuren in Roselts Stück aus ihrer sterilen und glanzlosen Welt ins melodramatische Fach zu wechseln. Doch dazu fehlt es am Nötigsten: Eifersucht, schicksalhafte Liebe, Hass und Freundschaft sind Lichtjahre entfernt von diesen blassen Laiendarstellern ihres eigenen Lebens.
Mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor und ironisch zitierten Elementen des Lustspiels würzt Roselt sein "postdramatisches" Stück, das bittere Einblicke in die trostlose Gefühlswelt einer städtischen Mittelschicht gewährt.
Übersetzt in: Italian, Dutch, Slovenian