Till Wiebel

Es bla einmal
Für Kinder ab 5 Jahren
ad libitum, Doppelbesetzung möglich
UA: 02.03.2024 · Theater Konstanz · Regie: Paola Aguilera
**Ausgewählt für das “Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater"-Stipendium 2022**

Abseits unserer Welt gibt es einen ganz und gar geheimen Ort, der einer einfachen Regel folgt: Wird in einer Erzählung etwas fehlerhaft ausgesprochen oder falsch verstanden, so verschwindet es aus seiner ursprünglichen Geschichte und landet im Schwappseits, dem mysteriösen Land der Missverständnisse. Hier finden sie ihr Ende, die personifizierten Flüchtigkeitsfehler, ungewollten Buchstabendreher, unbezwungenen Zungenbrecher und ausufernden Fantasien. So auch die Protagonistin des Stücks, das Brotkäppchen. Gerade ist es noch in menschlicher Gestalt durch den Wald gelaufen um die kranke Großmutter zu besuchen, da wacht es plötzlich auf und findet sich zu ofenfrischem Brot verwandelt. Nur die rote Kappe ist vom alten Leben geblieben. Ein dummer Versprecher oder ein ungewaschenes Ohr haben dafür gesorgt, dass das Brotkäppchen aus seiner ursprünglichen Geschichte herübergeschwappt ist.
Das Brotkäppchen begegnet abstrusen Gestalten. Da gibt es beispielsweise den Forschkönig oder die kleine Meerjungsau. Neben diesen beiden Sonderlingen begegnet das Brotkäppchen auf seiner wilden Odyssee durch das Schwappseits noch einer ganzen Reihe anderer versehentlicher Neuschöpfungen. Eins ist klar: Brotkäppchen muss unbedingt einen Ausweg aus dem Schwappseits und zurück in die eigene Geschichte finden, schließlich liegt die eigene Großmutter krank im Bett und muss unbedingt versorgt werden. Dabei muss es sich allerdings auch den bösen Mächten stellen, die in dieser Parallelwelt das Sagen haben. Zum Glück stehen ihr die Geschöpfe des Schwappseits zur Seite.

Es bla einmal erzählt von den vermeintlichen Mängelexemplaren dieser Welt und ist jenen gewidmet, die sich immer ein bisschen missverstanden oder selbst wie ein Missverständnis fühlen. Das fehlerhafte Wort und die Misskommunikation werden hier zum Ausgangspunkt für einen ganz eigenen Kosmos voller liebenswerter Kreaturen. Das Stück bricht und überschreibt vorformulierte Bilder und Figuren mit dem sprachspielerischen Prinzip, sie falsch zu verstehen und lässt die schrägen Charaktere lernen, sich in allen Ungereimtheiten selbst zu feiern. Dabei befragt es den Stellenwert und die Tradition des Märchens im Theater für junges Publikum.
.
JT